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LOW LIMIT TEXAS HOLD’EM FÜR FORTGESCHRITTENE

 


Einführung

Poker um echtes Geld zu spielen unterscheidet sich ganz wesentlich von einem Pokerspiel mit Spielgeld. Die Regeln sind dieselben, aber der Unterschied liegt im Setzverhalten der Spieler. Wenn gewinnen und verlieren wirklich eine Auswirkung haben, dann wird mehr überlegt, bevor Geld in den Pot gelegt wird. Diese Art des Spielens nennt sich „tight“.

Je höher die Einsätze, desto „tighter“ das Spiel.

Wenn Sie von Spielgeld auf Echtgeld umsteigen, werden Sie auch überlegter spielen müssen, andernfalls verlieren Sie unweigerlich Geld. Ziel ist es, ein Spiel zu spielen, dass etwas „tighter“ ist als das Ihres Gegners. An Low-Limit-Tischen ist das kein Problem, das Spiel ist immer noch ziemlich „loose“.

Tischauswahl

Tischgröße
Vor Spielbeginn wählen Sie die Tischgröße. Die Strategie, die sich für einen 10-Spieler-Tisch empfiehlt, ist eine ganz andere als bei einem „Heads up“. Entscheiden Sie sich für eine Tischart und bleiben Sie dabei. Erst wenn Sie diese beherrschen, wechseln Sie zu einer anderen.

Generell gilt: No-Limit- ist schwierig als Limit-Poker, und eine Shorthand zu spielen ist schwieriger als an einem vollen 10-Spieler-Tisch.

Gegner
Wählen Sie sich die richtigen Gegner aus und erhöhen Sie so Ihre Chancen auf einen Gewinn. Sie müssen nicht der weltweit beste Spieler sein, Sie müssen nur besser sein als die anderen. (Eigentlich müssen Sie nicht mal der beste Spieler am Tisch sein, sondern nur wissen, wer es ist!)

Finden Sie die Spieler, die Ihnen unterlegen sind!

Suchen Sie sich als erstes Mitspieler, die ungefähr auf dem selben Level spielen. Studieren Sie auch die Statistik in der Lobby.

Limit
Wenn von Low-Limit gesprochen wird, sind $0,5-$1 und $1-$2 Tische gemeint. Einige Tipps hier für das Spielen auf diesem Niveau.

Um an $2-$4 und $3-$6 Tischen zu spielen, müssen Sie die hier beschriebenen Begriffe im Detail verstehen und bereits Spielerfahrung gesammelt haben.

Statistik
Für die Auswahl des Tisches können sich die statistischen Daten in der Lobby als hilfreich erweisen.

  • Flop-Wahrscheinlichkeit: Die Flop-Wahrscheinlichkeit ist die wichtigste Größe für die Bestimmung der Spielerqualität am Tisch. Sie zeigt an, wie viele Spieler einzahlen, um den Flop zu sehen. Sie ist auch ein guter Hinweis dafür, wie locker (loose) ein Spiel ist. Auf einem 10-Spieler-Tisch sind 25 % sehr „tight“ und 40 % ziemlich „loose“.
  • Durchschnittliche Potgröße: Eine weitere nützliche Zahl ist die durchschnittliche Potgröße. Sie gibt auch einen Hinweis darauf, wie locker ein Spiel ist. Sind die Pots groß, werden wahrscheinlich mehr Spieler aktiv sein.

Setzrunden

In diesem Abschnitt finden Sie Informationen, wie Sie Ihr Pokerspiel über die verschiedenen Stadien eines Blatts anpassen können, wenn Sie von Spielgeld auf Echtgeld umsteigen.

Pre-Flop
Das richtige Blatt spielen

Als Erstes lernen Sie, welche Blätter Sie spielen sollten. Eine gute Faustregel lautet, weniger Blätter als der Gegner zu spielen. Und ein Kompendium über das Pokerspiel zu lesen.

In „loose“ Low-Limit-Spielen sind die Pots meist gut gefüllt, was Connectors einer Farbe (sogar niedrige) verbessert, da Sie mit einem Flush oder Straight fette Pots gewinnen.

Kleine Paare sind gut, wenn viele Spieler mitgehen.

Hohe Karten sind nicht unbedingt so gut, wie es Ihnen vielleicht auf den ersten Blick erscheint (z.B. K10 verschiedenfarbig ist üblicherweise an einem 10-Spieler-Tisch kein gutes Blatt).

Der Flop

  • Schlechte Flops aufgeben: Wenn sich nach dem Flop keine gute Hand ergibt, passen Sie. Es ist eine Illusion zu glauben, dass sich danach das Blatt noch wendet.
  • Inside Straight Draws: Mit einem Inside Straight Draw zu setzen, empfiehlt sich normalerweise nicht, außer es befindet sich bereits eine Menge Geld im Pot und es besteht ein geringes Risiko, dass Ihr Einsatz erhöht wird.
  • Flush und Straight Draws: Ein Flush oder Outside Straight Draw beim Flop ist normalerweise gut. Wenn andere Spieler im Pot sind, versuchen Sie zu erhöhen - sofern es Ihre Mitspieler nicht abschreckt - um den Pot zu füttern, da Sie einen angemessenen Teil gewinnen werden.
  • Pocket-Paare: Pocket-Paare, aus denen beim Flop und mit höheren Karten kein Drilling geworden ist, sind nicht besonders gut. Die Chance, dass Sie sich beim Turn verbessern, ist äußerst gering.
  • Scare Cards: Es ist wichtig, die Scare Cards am Tisch zu erkennen, also Flops, die für andere Spieler ein Draw-Blatt bedeuten könnten. In diesen Fällen gewinnen Sie wahrscheinlich seltener als mit einem Top Pair.
        Drei aufeinander folgende oder fast aufeinander folgende Karten könnten einem Mitspieler zu einem Straight Draw verhelfen.
        Zwei aufeinander folgende Karten könnten ein Doppelpaar ergeben (mehr Connectors als andere Karten gespielt).
    Mit zwei Flush-Möglichkeiten am Tisch sinkt der Gewinn eines Straight Draw beträchtlich. Eine von vier Karten, auf die Sie warten, könnte einem Mitspieler zu einem Flush verhelfen.

Der Turn
In der Turn-Runde erhöhen sich die Einsätze, und Sie können eine Menge Geld gewinnen aber auch verlieren. Es zu schaffen, beim Turn zweimal zu setzen, wenn Sie am Gewinnen sind, und gar nicht, wenn Sie sowieso verloren hätten, macht Sie zu einem Gewinner bei Low-Limit Texas Hold'em!

  • Check-Raise: Kontern Sie beim Turn bei einem erstklassigen Blatt mit einem Check/Raise. Bei einem weniger guten Blatt checken/passen Sie ja auch häufig. Dies erschwert es Ihrem Gegner, Ihr Blatt zu deuten.
  • Einsätze und Erhöhungen deuten: Bei Low-Limit-Spielen ist Bluffen nicht wirklich ein Thema, was uns zu einer weiteren Faustregel führt:

    Ein Raise beim Turn bedeutet fast immer, dass der Gegenspieler ein gutes Blatt hält!

    Dies trifft besonders dann zu, wenn mehr als zwei Spieler im Pot sind. Es sollte Sie nicht überraschen, wenn Ihr Gegner einen Drilling oder einen Flush/Straight hat!
  • Nicht auf Draws setzen: Beim Turn ist die Wahrscheinlichkeit ein Gewinnblatt zu erzielen viel geringer als beim Flop. Ebenso ist die Anzahl der Gegner, die mitgeht, vermutlich geringer. Checken und callen ist in den meisten Fällen die richtige Option, setzen meist die falsche. (Außer Sie glauben, dass Sie Ihren Gegner damit abschrecken können).

Der River

  • Mit einem schwachen Blatt checken: Normalerweise sollten Sie beim River setzen, wenn Sie glauben, ein starkes Blatt zu halten. Ausnahme: Wenn Ihr Blatt beim Flop gut war, sich aber seither nicht verbessert hat (z.B. ein Top Pair mit einem schwachen Kicker), Sie weiter gesetzt haben, und die gesamte Runde mitgegangen ist, sollten Sie vermutlich checken. Es ist nämlich unwahrscheinlich, dass Ihre Gegner mitgehen, wenn sie ein schwächeres Blatt als Ihres haben (d.h. Sie erzielen keinen Gewinn aus Ihrer Aktion) und Sie tragen dabei das Risiko, dass jemand ein stärkeres Blatt beim River hat (vielleicht ein Zweierpaar) und Ihren Einsatz erhöhen wird (d.h. Sie verlieren Geld). Ein typischer Fall von kein Risiko - kein Gewinn.
  • Bis zum Ende mitgehen: Beim River ist häufig genug Geld im Pot, sodass es sich lohnt mitzugehen, selbst wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie das beste Blatt halten.

Andere Begriffe

Bankroll
Poker ist ein Spiel des knappen Vorsprungs. Indem Sie besser spielen als Ihre Gegner, verschaffen Sie sich einen Vorteil und gewinnen Geld. Trotzdem beruht es auch zu einem Großteil auf kurzfristigem Glück, was sich in möglichen Swings ausdrücken kann. Für ein beständiges Spiel brauchen Sie eine ausreichende Bankroll.

Selbst ein sehr guter Pokerspieler kann einen schlechten Tag, eine schlechte Woche oder sogar einen schlechten Monat erwischen.

Bei Low-Limit-Poker haben Sie die Situation im Griff, wenn Sie Ihre gesamte Bankroll verlieren, da es sich um kleine, überschaubare Beträge handelt. Mit hohen Einsätzen zu spielen erfordert vielleicht $1.000.000 als Bankroll, was im Verlustfall schwierig zu ersetzen sein wird.

Eine gute Anfangsbankroll besteht wahrscheinlich aus 100 kleinen Einsätzen (an einem $1-$2 Tisch erfordert dies vermutlich eine Einzahlung von $100). Wenn Sie konservativ spielen, verschafft Ihnen das für eine Pechsträhne einen Puffer. Weniger Geld einzuzahlen ist natürlich möglich, aber Sie sollten zu höheren Einzahlungen bereit sein, damit Sie eine Pechsträhne auffangen können.

Wenn Sie gewinnen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Bankroll aufbauen, um auch Tische mit höheren Einsätzen auszuprobieren. So können Sie auf höhere Limits gehen, ohne weitere Einzahlungen zu tätigen.

Große Multi-Way-Pots
Bei großen Multi-Way-Pots macht die Anzahl der Spieler, die bis zum River mitspielen, die Anzahl der „Miracle Rivers“ aus, was die Blätter Ihrer Gegner stärker macht. Es ist alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit.

Andererseits wird der Pot so groß sein, dass Sie, wenn Sie nicht auf schlechte Blätter setzen, nicht allzu viele Pots gewinnen müssen, um letztendlich als Gewinner hervorzugehen.

Achten Sie auf Flushes und Straights sowie mögliche Dreierpaare, die zu Drillingen werden könnten, sodass Sie nicht unnötig viel für einen Turn oder River riskieren.

Allgemeines zum Bluffen
In „loose“ Low-Limit-Spielen empfiehlt sich Bluffen nicht. In manchen Fällen kann es von Vorteil sein, wenn Ihr Bluff früh im Spiel auffliegt. Sie erreichen dadurch mehr Calls, wenn Sie später im Spiel ein gutes Blatt halten.

 
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